Rauhnächte 2026/27: Bedeutung, Termine & die 12 Nächte
Die Rauhnächte sind die zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. 2026/27 beginnen sie in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2026 und enden am 6. Januar 2027. Jede Nacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Es ist eine Zeit zum Zurückblicken, Loslassen und Neu-Ausrichten, mit Ritualen wie Räuchern, Träumen und den 13 Wünschen.
24.12.2026 Heilige Nacht 06.01.2027 Dreikönigstag
Es gibt eine Zeit im Jahr, die sich für mich jedes Mal anders anfühlt als alle anderen. Die Tage werden leiser, die Nächte tiefer, und ganz unmerklich wird etwas in mir langsamer.
Ich kenne die Rauhnächte aus meinem Elternhaus und lebe seit vielen Jahren bewusst mit ihnen. Hier teile ich mit dir, was ich über diese Zeit weiß und wie ich sie erlebe.
Was sind die Rauhnächte?
Die Rauhnächte sind zwölf Tage und zwölf Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Januar. Man nennt sie auch die „Zeit zwischen den Jahren“. Ich nenne sie gern die Zeit zwischen der Zeit: Sie steht im Kalender und scheint doch außerhalb unseres gewohnten Zeitgefüges zu liegen. Sie ist weniger ein Abschnitt im Kalender als ein innerer Raum, der sich öffnet, wenn das Alte sich löst und das Neue noch keinen Namen trägt.
Jede der zwölf Nächte steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres. Die erste Rauhnacht gehört zum Januar, die zweite zum Februar und so weiter bis zur zwölften, die mit dem Dezember verbunden ist. Was du in diesen Nächten träumst, fühlst oder wahrnimmst, darfst du als leisen Hinweis für den jeweiligen Monat verstehen. Es ist keine starre Vorhersage, sondern eine sanfte Einladung, achtsam mit dir und deinem Leben zu sein.
Woher kommen die Rauhnächte?
Die Wurzeln reichen weit zurück, in eine Zeit, in der die Menschen im Rhythmus von Mond und Sonne lebten. Ein Mondjahr hat 354 Tage, ein Sonnenjahr 365. Die Tage, die zwischen beiden übrig bleiben, gehören keinem Monat an. Daraus entstehen zwölf Nächte außerhalb der Ordnung: Zeit, die nicht verplant, nicht berechnet und nicht festgelegt ist.
In alten Überlieferungen heißt es, dass in diesen Nächten die Schleier zur geistigen Welt dünner werden. Geschichten von der Wilden Jagd, von Frau Holle oder Perchta erzählen von Kräften, die durch die Dunkelheit ziehen, ordnend, prüfend, schützend. Die Menschen begegneten dieser Zeit mit Respekt. Die Arbeit ruhte, man erzählte sich Geschichten, deutete Träume und räucherte Haus und Stall.
Warum heißen sie Rauhnächte?
Ursprünglich waren es die Rauchnächte. Das Feuer brannte, der Rauch stieg auf und trug Altes mit sich fort. Räuchern gehört bis heute zu den wichtigsten Ritualen dieser Zeit. Eine zweite Deutung führt den Namen auf das mittelhochdeutsche „rûch“ zurück, das „haarig“ oder „rau“ bedeutet. Es erinnert an die pelzbehangenen Gestalten, die in den Perchtenläufen durch die Winternächte ziehen. Deshalb findest du beide Schreibweisen, „Rauhnächte“ und „Raunächte“.
Was die Rauhnächte uns heute schenken
In einer Welt, die laut, schnell und ständig in Bewegung ist, wirken die Rauhnächte wie ein Gegenpol. Sie erinnern an etwas, das wir lange vergessen haben: den bewussten Umgang mit Übergängen. Früher waren sie eine notwendige Pause, denn der Winter forderte Stillstand. Heute geht das Jahr meist nahtlos weiter, mit neuen Zielen und neuen Erwartungen. Genau hier setzen die Rauhnächte an. Sie schenken dir einen Raum, in dem du nicht funktionieren musst.
Du darfst zurückblicken, nicht wertend, sondern ehrlich: Was hat mich getragen? Was hat mich Kraft gekostet? Was möchte ich nicht länger mit mir tragen? Und du darfst nach vorne schauen, nicht mit To-do-Listen, sondern mit der Frage, welche Qualität du in dein Leben einladen möchtest. Vertrauen, Klarheit, Mut oder Leichtigkeit.
Wann sind die Rauhnächte 2026/27?
Die erste Rauhnacht beginnt mit dem Glockenschlag um Mitternacht an Heiligabend, also in der Nacht vom Donnerstag, 24., auf Freitag, 25. Dezember 2026. Die zwölfte Rauhnacht ist die Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2027. Mit dem Dreikönigstag am Mittwoch, 6. Januar 2027, schließt sich der Kreis.
| Datum | Was geschieht |
|---|---|
| Di, 08.12.2026 | Beginn der Dunkelnächte (bis 19.12.) |
| Mo, 21.12.2026 | Wintersonnenwende und Thomasnacht: das Tor zu den Rauhnächten |
| Do, 24.12.2026 | Heilige Nacht: Zeit, deine 13 Wünsche aufzuschreiben |
| Fr, 25.12.2026 | 1. Rauhnacht (Januar) |
| Do, 31.12.2026 | 7. Rauhnacht, Silvester (Juli) |
| Fr, 01.01.2027 | 8. Rauhnacht, Neujahr (August) |
| Di, 05.01.2027 | 12. Rauhnacht (Dezember) |
| Mi, 06.01.2027 | Dreikönigstag: Haussegen und dein 13. Wunsch |
Beginnen die Rauhnächte am 21. oder am 25. Dezember?
Die Rauhnächte beginnen immer in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Die erste Rauhnacht ist die Heilige Nacht, die zwölfte die Nacht vor Dreikönig. Die Thomasnacht am 21. Dezember, die längste Nacht des Jahres, gehört noch nicht dazu.
Die Wintersonnenwende ist für mich aber das Tor, durch das wir eintreten: vom äußeren Jahr ins innere, vom Tun ins Lauschen. Deshalb beginnt mein Rauhnächte Online-Kurs schon am 21. Dezember und stimmt dich auf die zwölf Nächte ein, bevor er dich Nacht für Nacht bis zum 6. Januar führt.
Die 12 Rauhnächte und ihre Bedeutung
Jede Rauhnacht trägt ein eigenes Thema und steht für einen Monat des neuen Jahres. Was du in einer Nacht erlebst, träumst oder spürst, kann dir einen leisen Hinweis auf diesen Monat schenken.
| Rauhnacht | Datum | Monat | Thema |
|---|---|---|---|
| 1. Rauhnacht | Fr, 25.12.2026 | Januar | Deine Wurzeln |
| 2. Rauhnacht | Sa, 26.12.2026 | Februar | Verbindung zur inneren Quelle |
| 3. Rauhnacht | So, 27.12.2026 | März | Herzheilung & Herzöffnung |
| 4. Rauhnacht | Mo, 28.12.2026 | April | Geborgenheit & Fürsorge |
| 5. Rauhnacht | Di, 29.12.2026 | Mai | Begegnung & Beziehung |
| 6. Rauhnacht | Mi, 30.12.2026 | Juni | Verbindung zwischen den Welten |
| 7. Rauhnacht | Do, 31.12.2026 | Juli | Annehmen & Hingabe |
| 8. Rauhnacht | Fr, 01.01.2027 | August | Neubeginn & inneres Licht |
| 9. Rauhnacht | Sa, 02.01.2027 | September | Selbstliebe & Segnung |
| 10. Rauhnacht | So, 03.01.2027 | Oktober | Vision & Eingebung |
| 11. Rauhnacht | Mo, 04.01.2027 | November | Loslassen & Transformation |
| 12. Rauhnacht | Di, 05.01.2027 | Dezember | Selbstachtung & Eigenmacht |
24.12.2026 · Heilige Nacht
1. Rauhnacht: Deine Wurzeln
Nacht vom 24. auf den 25. Dezember · Monat Januar
Mit dem Glockenschlag um Mitternacht öffnet sich das Tor zur ersten Rauhnacht. Sie trägt die Energie von Reinigung, Loslassen und Neubeginn und erinnert dich daran, dass alles Wachstum eine stabile Grundlage braucht. Spüre die Erde unter deinen Füßen. Spüre, was dich trägt und was in deinem Leben Bestand haben darf. Je tiefer deine Wurzeln reichen, desto freier kannst du wachsen.
Was gibt mir Sicherheit und Halt?
Lege deine Hände vor dem Herzen zusammen, atme ruhig und sage innerlich: Ich sage Ja zu meinem Leben. Ich sage Ja zu meinem Weg.
2. Rauhnacht: Verbindung zur inneren Quelle
26. Dezember · Monat Februar
Hast du geträumt? Halte es fest, auch wenn es noch keinen Sinn ergibt. Oft zeigt sich die Bedeutung erst später. Gestern hast du dich mit der Erde verbunden. Heute richtet sich dein Blick nach oben, zum Himmel, zum Licht und zu deiner inneren Quelle. Der Tag ist traditionell mit dem heiligen Josef verbunden, dem väterlichen Prinzip von Schutz, Vertrauen und Führung.
Wo darf ich mich mehr führen lassen, statt alles kontrollieren zu wollen?
Stelle dir vor, wie ein Lichtstrahl vom Himmel durch deinen Scheitel in dein Herz fließt, und bitte um Klarheit für das kommende Jahr.
3. Rauhnacht: Herzheilung & Herzöffnung
27. Dezember · Monat März
Nach der Erdung und der Verbindung zu deiner inneren Führung öffnet sich nun das Tor zu deinem Herzen. Der März ist der Monat des Erwachens und des ersten zarten Blühens. Diese Nacht lädt dich ein, Heilung geschehen zu lassen. Das geschieht nicht durch Kämpfen, sondern durch liebevolles Annehmen. Der Tag trägt auch die Energie der Gnade: Öffne dich für die großen und die kleinen Zeichen des Lebens.
Wo wünsche ich mir Heilung, Versöhnung oder Vergebung?
Lege beide Hände auf dein Herz und sprich langsam: Ich liebe mich selbst, so wie ich bin. Und ich liebe andere, so wie sie sind.
4. Rauhnacht: Geborgenheit & Fürsorge
28. Dezember · Monat April
Der 28. Dezember heißt in der alten Tradition „Tag der unschuldigen Kinder“. Er erinnert an die Zeit, in der wir die Welt mit staunenden Augen betrachtet haben, voller Neugier, Vertrauen und Offenheit. Im April öffnen sich die Knospen, und auch in dir darf heute etwas Zartes erwachen.
Welche Träume hatte ich als Kind, und welche davon möchten heute wieder gesehen werden?
Höre Musik, die du liebst, tanze, oder koche dir ein Gericht, das du als Kind besonders gern gegessen hast.
5. Rauhnacht: Begegnung & Beziehung
29. Dezember · Monat Mai
Der Mai ist der Monat der Blüte, der Begegnung und der Liebe. Die fünfte Rauhnacht lädt dich ein, auf deine Beziehungen zu schauen: auf Familie, Freundschaften und Partnerschaft. Und auch auf die Begegnungen, die nur kurz in dein Leben getreten sind und doch Spuren hinterlassen haben. Welche Verbindungen nähren dich? Welche kosten dich Kraft?
Wer war für mich da, als ich Unterstützung gebraucht habe?
Sende in Gedanken Segen in all deine Verbindungen. Oder schreibe heute einem Menschen, dem du von Herzen danken möchtest.
6. Rauhnacht: Verbindung zwischen den Welten
30. Dezember · Monat Juni
Mit der sechsten Rauhnacht bist du in der Mitte angekommen, im Herzen der Rauhnächte. Sie steht für den Juni, den Monat der Sommersonnenwende, in dem Licht und Dunkel in Balance kommen. Der 30. Dezember ist zudem der Festtag der Heiligen Familie. Er erinnert dich an deine Herkunft, an deine Ahninnen und Ahnen.
Heute sind die Tore zur Anderswelt weit geöffnet. Vielleicht spürst du die Nähe deiner Ahnen. Wenn dich dieses Thema tiefer ruft, findest du in meiner Ahnenarbeit einen Raum dafür.
Welches Geschenk meiner Ahnen möchte durch mich in die Welt fließen?
Zünde eine Kerze für deine Ahnen an. Räuchere mit Salbei, um zu reinigen, und mit Weihrauch, um zu segnen.
7. Rauhnacht: Annehmen & Hingabe
31. Dezember, Silvester · Monat Juli
Die siebte Rauhnacht ist ein Schwellentag. Du verabschiedest das alte Jahr und öffnest dich für das neue. Sie steht für den Juli, die Zeit, in der das Leben in voller Fülle blüht. Segne alles, was war, die schönen Augenblicke ebenso wie die schwierigen. Denn alles hat dich geformt.
Was darf ich heute endgültig loslassen?
Räuchere dein Zuhause und öffne danach ein Fenster, damit Altes hinausziehen kann. Dann feiere und tritt in Liebe über die Schwelle.
8. Rauhnacht: Neubeginn, Klarheit & inneres Licht
1. Januar, Neujahr · Monat August
Der erste Tag des neuen Jahres ist wie ein reiner Atemzug. Die achte Rauhnacht steht für den August, wenn die Sonne am wärmsten scheint. Nicht alles muss heute entschieden werden. Manchmal genügt es, innerlich Ja zu sagen: zu diesem Jahr, zu deinem Weg und zu dem Licht, das in dir wachsen möchte. Verschenke heute gute Wünsche und lass auch die guten Wünsche anderer bei dir ankommen.
Welche Farbe, welches Bild oder welches Symbol steht für mein neues Jahr?
Geh hinaus in die Natur, atme die klare Luft des neuen Jahres und bitte um Segen für deinen Weg.
9. Rauhnacht: Selbstliebe & Segnung
2. Januar · Monat September
Die neunte Rauhnacht steht für den September, die Zeit der Reife und der Ernte. Heute begleitet dich die Energie der Selbstliebe. Segnen ist eine der heilsamsten Handlungen überhaupt, denn wenn du segnest, kämpfst du nicht mehr gegen das Leben. Segne deine Vergangenheit, deine Umwege, deine Tränen, deine Freude, deinen Körper und deinen Weg.
Wo habe ich mich selbst verlassen, und wo darf ich wieder zu mir zurückkehren?
Räuchere mit Weihrauch. Lege eine Hand auf dein Herz und eine auf deinen Bauch und sprich: Ich segne mich. Ich segne meinen Weg.
10. Rauhnacht: Vision & Eingebung
3. Januar · Monat Oktober
Die zehnte Rauhnacht steht für den Oktober, wenn die Natur ihre Fülle zurücknimmt und das Wesentliche sichtbar wird. Heute ist ein guter Tag, um dich auf deine Zukunft auszurichten. Tu es nicht aus Druck, sondern aus innerer Stille heraus. Spüre, was dich ruft und welche Vision aus deiner Seele geboren werden will.
Was ist mein nächster stimmiger Schritt?
Ziehe deine Orakelkarte für den Oktober. Wenn es sich stimmig anfühlt, ziehe eine zweite als Botschaft für deine Vision.
11. Rauhnacht: Loslassen & Transformation
4. Januar · Monat November
Die vorletzte Rauhnacht steht für den November, wenn die Natur still wird und Platz für das Wesentliche schafft. Sie führt dich in die Tiefe: Was hält dich noch fest? Was bindet deine Kraft? Heute darfst du auch deine Wünsche noch einmal prüfen. Denn es gibt eine heilige Dreiheit: Wünschen. In Dankbarkeit loslassen. Empfangen.
Welche Grenze möchte ich achten?
Schreibe auf einen Zettel, was gehen darf. Ein Wort oder ein Name genügt. Übergib den Zettel beim Räuchern dem Feuer.
12. Rauhnacht: Selbstachtung & Eigenmacht
5. Januar · Monat Dezember
Die zwölfte Rauhnacht ist die Nacht der Wunder und der Vollendung. Sie steht für den Dezember, die Zeit, in der die Dunkelheit am tiefsten ist und das Licht neu geboren wird. Der Kreis schließt sich, und die Schleier zur geistigen Welt werden langsam wieder dichter. Vielleicht spürst du, dass du in diesen Nächten stiller, klarer und wahrhaftiger geworden bist.
Wo darf ich meinen Platz einnehmen?
Öffne um Mitternacht ein Fenster und lass den Wind dein Zuhause segnen. Schau in den Sternenhimmel und spüre: Du bist nicht allein.
06.01.2027 · Dreikönigstag
Am Dreikönigstag, dem 6. Januar, segnest du dein Zuhause. Traditionell geschieht das mit Weihrauch und guten Wünschen für alle, die darin leben und ein und aus gehen. Gold, Weihrauch und Myrrhe, die Gaben der Heiligen Drei Könige, erinnern dich an deinen Wert, an deine Seele und an deinen Körper. Und an diesem Tag öffnest du deinen dreizehnten Wunsch.
Vor den Rauhnächten: Samhain, Dunkelnächte und Wintersonnenwende
Für mich beginnt die Magie dieser Zeit nicht erst mit den Rauhnächten. Sie kündigt sich viel früher an, lange bevor wir sie bewusst benennen.
Samhain (31. Oktober / 1. November)
Im keltischen Jahreskreis beginnt mit Samhain die dunkle Hälfte des Jahres. Es ist die Nacht der Ahnen und der Erinnerung an unsere Wurzeln. Man sagte früher, dass in dieser Nacht die Schleier zwischen den Welten dünner werden. Samhain ist die erste Schwelle, die Rauhnächte sind das Tor, durch das wir später bewusst gehen. Mehr dazu liest du in meinem Beitrag über Samhain, das magische Keltenfest.
Barbaratag (4. Dezember)
Schneide einen Kirschzweig und stelle ihn in eine Vase. Noch zeigt er keine Blüten, doch er trägt schon alles in sich, was er zum Erblühen braucht. Der Zweig erinnert dich daran, dass nicht alles sofort sichtbar sein muss, um bereits zu wachsen.
Die Dunkelnächte (8. bis 19. Dezember)
Die Dunkelnächte, auch Sperrnächte genannt, sind wie ein Spiegel der Rauhnächte. Auch sie stehen für zwölf Monate, allerdings für die des vergangenen Jahres: Der 8. Dezember steht für den vergangenen Januar, der 9. für den Februar und so weiter. In den Rauhnächten schauen wir nach vorn, in den Dunkelnächten schauen wir zurück. Wir erinnern uns, vergeben und schließen innerlich ab. Was dich noch belastet, schreibst du auf kleine Zettel, die du zur Wintersonnenwende dem Feuer übergibst.
Die Dunkelnächte laden dich ein, loszulassen. Die Rauhnächte laden dich ein, zu empfangen. Alles über diese Zeit findest du in meinem Beitrag über die Dunkelnächte.
Wintersonnenwende (21. Dezember 2026)
Die Wintersonnenwende ist der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres. Das Licht scheint fast verschwunden, und doch beginnt genau hier seine Rückkehr. Für mich ist diese Nacht das Tor zu den Rauhnächten. In der Nacht der Wintersonnenwende darf es still sein. Ein einziges Licht genügt: Zünde eine Kerze an, setze dich zu ihr und halte dieses Licht wie einen Samen.
Heilige Nacht (24. Dezember)
Bei uns beginnt der Heilige Abend mit einem alten Brauch. Am Morgen räuchern wir das Haus mit Weihrauch und sprechen einen Segen für unser Zuhause und für die Menschen, die darin leben. Am Abend oder schon tagsüber ist die Zeit, deine 13 Wünsche aufzuschreiben. Um Mitternacht öffnet sich dann das Tor zur ersten Rauhnacht.
Die wichtigsten Rituale der Rauhnächte
Die Rauhnächte sind so viel mehr als Wunschzettel schreiben und Räuchern. Und doch geben gerade diese einfachen Rituale der Zeit einen Halt. Sie sind keine Pflicht, sondern eine Einladung.
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Mehr InformationenDas Ritual der 13 Wünsche
Das Ritual der 13 Herzenswünsche gehört zu den schönsten und bekanntesten Ritualen der Rauhnächte. So gehst du vor:
- Nimm dir am Abend oder Tag vor der ersten Rauhnacht Zeit und frage dich: Was wünsche ich mir wirklich? Wonach sehnt sich mein Herz?
- Schreibe 13 Wünsche auf 13 kleine Zettel. Alles darf da sein: Gesundheit, Liebe, Berufung oder deine spirituelle Entwicklung.
- Falte die Zettel so, dass du die Wünsche nicht mehr erkennst, und lege sie in ein schönes Gefäß.
- In jeder Rauhnacht ziehst du einen Zettel, ohne ihn zu lesen, und übergibst ihn dem Feuer deiner Ritualkerze.
- Nach der zwölften Rauhnacht bleibt ein Zettel übrig. Erst jetzt darfst du ihn öffnen.
Um die zwölf verbrannten Wünsche kümmert sich symbolisch die geistige Welt. Der dreizehnte Wunsch liegt in deinen Händen: Für ihn darfst du selbst Schritte gehen. Ich schreibe meine 13 Wünsche seit vielen Jahren zusätzlich in mein Rauhnacht-Tagebuch. Wenn ich am Ende des Jahres nachlese, erfüllt mich das jedes Mal mit Staunen und Dankbarkeit.
Räuchern in den Rauhnächten
Wo Worte enden, beginnt der Rauch. Räuchern gehört zu den ältesten Ritualen der Menschheit. Es waren vor allem die Frauen, die dieses Wissen über Generationen bewahrten. In den Rauhnächten wird der Rauch zum Begleiter: Er nimmt auf, was gehen darf, und klärt, was bleiben will. Salbei unterstützt dich beim Reinigen und Loslassen. Weihrauch hebt die Energie an und segnet den Raum.
Du brauchst nicht viel: eine feuerfeste Schale mit etwas Sand, Räucherkohle, Kräuter oder Harze und eine Feder, um den Rauch sanft zu lenken. Eine ausführliche Anleitung und welches Räucherwerk wofür passt, findest du in meinem Beitrag über das Räuchern in den Rauhnächten.
Träume und dein Rauhnacht-Tagebuch
Träume galten in den Rauhnächten schon immer als Botschaften. Jede Nacht steht für einen kommenden Monat, und jedes Bild kann ein Hinweis sein. Es ist kein festgelegtes Schicksal, sondern ein leiser Impuls, der Orientierung schenkt. Lege dir ein Tagebuch neben das Bett und schreibe deine Träume gleich nach dem Aufwachen auf. Oft zeigt sich ihre Bedeutung erst Monate später.
Orakelkarten ziehen
Auch das Orakeln hatte in den Rauhnächten schon immer seinen Platz. Früher waren es Runen oder Zeichen aus der Natur. Ein Orakel ist für mich kein Blick in eine festgeschriebene Zukunft. Es ist ein Spiegel, der mir zeigt, wohin meine Aufmerksamkeit fließen möchte. Ziehe in jeder Rauhnacht eine Karte für den passenden Monat und halte ihre Botschaft in deinem Tagebuch fest.
Dein heiliger Platz
Ich richte mir jedes Jahr einen kleinen Altar ein. Er ist nicht groß und nicht aufwendig, sondern einfach so, dass er mein Herz berührt. Eine Kerze, die dich durch alle Nächte begleitet. Eine weiche Decke. Etwas aus der Natur, ein Stein, ein Tannenzweig oder ein Zapfen. Dazu dein Tagebuch, deine Karten und deine Räucherschale. Jedes Mal, wenn du dort innehältst, kommst du ein Stück mehr bei dir an.
Weitere Rituale und die spirituelle Bedeutung dieser Zeit beschreibe ich in meinem Beitrag Rauhnächte: Rituale, Mythen und spirituelle Bedeutung.
Was man in den Rauhnächten nicht tun sollte
Rund um die Rauhnächte gibt es viele alte Bräuche und Verbote. Für mich steckt dahinter keine Angst, sondern Achtsamkeit. Die Menschen wussten, dass diese Nächte nicht zum gewöhnlichen Alltag gehören, und achteten darauf, wie sie sprachen, dachten und handelten. Denn alles schien eine größere Bedeutung zu tragen als sonst.
- Keine Wäsche waschen oder aufhängenEs heißt, die Wilde Jagd könne sich in der Wäsche verfangen. Dahinter steht vor allem, dass die Arbeit ruhte. Ich erinnere mich gut daran, wie bei uns vor Heiligabend geputzt, die Betten frisch bezogen und alles gewaschen wurde. Zwischen den Jahren wurde dann keine Wäsche mehr gewaschen.
- Nicht streitenWas du in diesen Nächten aussendest, wirkt nach, so der alte Glaube. Freundliche Worte und Frieden im Haus sind deshalb ein guter Begleiter.
- Keine großen Entscheidungen erzwingenFrüher vermied man in dieser Zeit wichtige Entscheidungen. Lass Antworten lieber kommen, statt sie herbeizuzwingen.
- Nichts Offenes ins neue Jahr tragenBringe geliehene Dinge zurück und begleiche offene Rechnungen, wenn es dir möglich ist. So gehst du mit leichtem Gepäck durch diese Zeit.
Und das Wichtigste: Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Es wird Tage geben, an denen du nicht räuchern, keine Karte ziehen und nicht schreiben magst. Auch das ist vollkommen in Ordnung. Sei sanft mit dir.
Wenn du diese Zeit nicht allein gehen möchtest
Viele Frauen erzählen mir nach den Rauhnächten, wie tief berührt und erfüllt sie diese Zeit erlebt haben. In meinem Online-Kurs „Magische Rauhnächte“ begleite ich dich jeden Tag mit einer geführten Meditation, einem Impulsvortrag und Ritualen. Zum Abschluss treffen wir uns im Live-Call.
Online-Kurs
21.12.2026 bis 6.1.2027: 13 geführte Meditationen, 13 Impulsvorträge, Krafttiermeditation und Live-Zoom-Call am 8. Januar.
ab 77 €Anmeldung bis 23.12.2026
Kurs mit Workbook
Der komplette Kurs mit dem Rauhnächte-Workbook per Post, 13 Wunschzettelchen und meinem Engelkartenset zum täglichen Orakeln.
99 €Buchbar bis 21.12.2026
Live-Workshop
Dunkelnächte & Rauhnächte: zwei Stunden live über Zoom mit altem Wissen, Meditation und gemeinsamem Ritual.
29 €Samstag, 28.11.2026, 15–17 Uhr
Häufige Fragen zu den Rauhnächten
Wann beginnen die Rauhnächte 2026?
Die erste Rauhnacht beginnt um Mitternacht an Heiligabend, also in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember 2026. Die zwölfte Rauhnacht ist die Nacht vom 5. auf den 6. Januar 2027. Die Wintersonnenwende am 21. Dezember stimmt dich auf diese Zeit ein, zählt aber noch nicht zu den zwölf Nächten.
Welche Rauhnacht ist die wichtigste?
Traditionell gelten drei Rauhnächte als besonders kraftvoll: die Heilige Nacht (24./25.12.), die Silvesternacht (31.12./1.1.) und die Nacht vor Dreikönig (5./6.1.). Für mich hat jede Rauhnacht ihre eigene Qualität. Die Silvesternacht ist als Schwelle zwischen altem und neuem Jahr besonders, die zwölfte als Nacht der Wunder und der Vollendung.
Wann schreibt man die 13 Wünsche?
Am Abend oder Tag vor der ersten Rauhnacht, also an Heiligabend. Ab dem 25. Dezember verbrennst du jede Nacht einen Zettel, ohne ihn zu lesen. Den letzten, dreizehnten Wunsch öffnest du nach der zwölften Rauhnacht. Für seine Erfüllung darfst du selbst sorgen. So geht das Ritual.
Was bedeuten Träume in den Rauhnächten?
Jede Rauhnacht steht für einen Monat des kommenden Jahres. Ein Traum aus der ersten Nacht kann also einen Hinweis für den Januar enthalten, einer aus der zweiten für den Februar. Verstehe Träume als leise Impulse, nicht als Vorhersage. Schreibe sie gleich nach dem Aufwachen auf, denn ihre Bedeutung zeigt sich oft erst später.
Muss ich jede Nacht ein Ritual machen?
Nein. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg durch die Rauhnächte. Vielleicht möchtest du jeden Tag räuchern, vielleicht nur eine Kerze anzünden. Die Rauhnächte laden dich nicht ein, mehr zu tun, sondern mehr zu fühlen und wahrzunehmen.
Was ist der Unterschied zwischen Dunkelnächten und Rauhnächten?
Die Dunkelnächte vom 8. bis 19. Dezember schauen zurück: Jede Nacht steht für einen Monat des vergangenen Jahres, es geht um Rückblick, Vergebung und Loslassen. Die Rauhnächte schauen nach vorn auf die Monate des neuen Jahres. Die Wintersonnenwende am 21. Dezember verbindet beide Zeiten. Mehr über die Dunkelnächte
Wie bereite ich mich auf die Rauhnächte vor?
Bring in den Tagen davor Ordnung in dein Zuhause und in dein Inneres: aufräumen, lüften, Geliehenes zurückgeben, Danke sagen. Richte dir einen kleinen heiligen Platz mit Kerze und Tagebuch ein, lege Räucherwerk und Orakelkarten bereit und schreibe an Heiligabend deine 13 Wünsche.




